Irgendwie hatte ich mich auf das Ostern in diesem Jahr besonders gefreut. Die kleine Motte ist mittlerweile 21 Monate alt und ich stellte mir vor, wie sie bei Sonnenschein im Garten ihre Geschenke findet. Wir waren in diesem Jahr bei der Familie meines Mannes zu Besuch und wollten bei den Urgroßeltern der Motte im Garten suchen. Das bedeutete vorab ca. 360 km Autofahrt.

Gern würde ich euch nun ein grandioses Wochenende schildern, doch Ostern war in gewisser Weise dieses Jahr eher ein Reinfall und verlief eher durchwachsen.

Spontane Umplanung und das erste „Suchen“

Aufgrund des schönen Wetters am Karfreitag, dem Wetterbericht für Ostersonntag und unserem guten Vorankommen auf der Autobahn verlegten wir das große Suchen spontan auf den Karfreitag. Leider wurde es so spontan, dass die Kleine zwar mit Jacke, aber mit Nuckel im Mund und ohne Mütze los flitzte. Doch während sie zu Hause noch ganz begeistert war, als ich ihr erzählt hatte, der Osterhase hätte was bei der Uroma versteckt und wir müssten dass dann suchen, hatte sie beim Aussteigen etwas viel aufregenderes erblickt: Die Katze meiner Schwiegeroma.

All unsere Bemühungen ihre Aufmerksamkeit auf die kleinen Geschenke zu richten, an denen sie vorbei flitzte, wurden in den meisten Fällen mit einem „Katze?“ quittiert. Selbst als sie dann stolz auf ihrem Laufrad saß, wollte sie wieder der Katze hinterher.

Die Katze ist übrigens im Gegensatz zu unseren Stubentigern nur wenig zutraulich und wollte diesen kleinen Minimensch eigentlich aus sicherer Ferne beobachten, sodass sie sich regelmäßig gezwungen sah, vor der Motte wegzulaufen.

Ausklang vom Karfreitag

Nach ein wenig Beisammensitzen wollten wir mit den Schwiegereltern noch das tolle Wetter auskosten und fuhren zu einem neuen, wirklich grandiosen Spielplatz in der Stadt. Dort gab es für alle Altersgruppen alle möglichen Spielgelegenheiten. Von Klettergerüsten, zwei Rutschen, über Schaukeln, im Boden eingebauten „Trambolinen“ bis hin zu Sandkästen mit Höhlen für die Kleinen und einigem mehr.

Bei den Schwiegereltern angekommen, luden wir erstmal das Auto aus. Wir hatten die Mega Blocks Steine der Motte mitgebracht und vor allem gibt es bei meinen Schwiegereltern einen Hochstuhl, der gleichzeitig ein Schaukelpferd ist. Ich brauch vermutlich nicht Erwähnen, dass die Kleine den wirklich liebt. 😉

Am Abend war sie dann kaum ins Bett zu kriegen. Bücher angucken, spielen, hüpfen und die Aufmerksamkeit von Großeltern und Urgroßeltern erfreuten das Kinderherz. Erst gegen 9 Uhr – eine Stunde nach ihrer eigentlichen Schlafenszeit – schlief sie dann endlich.

Fiebrige Ostern

In den frühen Morgenstunden, so gegen 5, wachte ich plötzlich auf. Die Kleine lag zwischen uns und irgendwie war mir warm. Ich brauchte einen Moment, um zu verstehen, dass mir so warm war, weil die Motte förmlich glühte. Ich weckte meinen Mann und das Fieberthermometer zweigte schnell, dass mein verdacht, richtig war. Doch nicht nur das, die Kleine wurde wach und jammerte, bis sie sich schließlich übergab.

Der ganze Tag wurde nicht besser. Sie schlief viel, aß nur sehr wenig und übergab sich am Abend wieder. Ich verbrachte fast den ganzen Tag mit ihr im Bett bzw. auf dem Sofa. In der Nacht schwankte das Fieber dann zwischen 40 und 41 Grad und wir überlegten schon, was wir machen sollten. Zurück nach Hause fahren? Von der brandenburgischen Kleinstadt die 360km zurück nach Hannover, wo wir in die Kinderklinik fahren konnten? Doch ich konnte mir kaum vorstellen, die Motte eine so weite Strecke im Auto sitzen zu haben.

Der Ostersonntag kam und es ging ihr nicht besser. Schlimmer noch, am Morgen erbrach sie reine Flüssigkeit und auch über den Tag wollte nichts drin bleiben. Das Fieber sank zwar etwas, blieb uns aber den ganzen Tag erhalten und schlapp wie sie war, schlief sie wieder viel. Am Abend guckte sie mich schließlich mit großen Kulleraugen an. „Brust?“ Und da mir mittlerweile alles Recht war, wenn es nur drin bleiben würde, nahmen wir das Stillen wieder auf, dass wir gerade erst hatten ausklingen lassen.

Doch immerhin: Der Ostermontag begann und es gab kein Erbrechen am Morgen. Sie verschlief zwar das Frühstück, aß aber etwas Eis vom mittaglichen Dessert und auch das blieb drin. Das waren gute Vorzeichen, zumal für den Ostermontag die Fahrt zurück nach Hause auf dem Plan stand. Auch die Autofahrt überstand sie zum Glück gut und ohne Zwischenfälle.

Ärztliche Diagnose

Am Dienstag riefen wir dann bei unserem Kinderarzt an und bekamen für 16:30 Uhr einen Termin. Das Fieber war nach einem Dutzend Fieberzäpfchen übers Wochenende mittlerweile auf ein erträgliches Maß zurück gesunken. Die Motte verbrachte zwar noch viel Zeit im Bett, hatte aber ihre wachen Momente, in denen sie auch durchaus ein wenig spielte und vor allem aß.

Die Diagnose am Nachmittag: Die leichte Mittelohrentzündung, die er vor Wochen festgestellt hatte, war nicht richtig verheilt und durch ihren Ausflug ohne Mütze mit voller Kraft zurück gekommen. Diesmal gab es auch Antibiotika, worauf er beim letzten Mal noch verzichtet hatte. Dazu noch ein Atemwegsinfekt, dank dem wir mal wieder Inhalieren dürfen.

Gemeinsames Krankenlager

Leider merkte ich am Dienstag, wie es auch mich langsam erwischte. Gliederschmerzen und am Dienstagabend stellte mein Mann auch bei mir erstmalig Fieber fest. Nach einer nächtlichen „Karusselfahrt“ hing ich dann bis Freitag in den Seilen. Mit jedem Tag wurde die Kleine fitter und mir gings erstmal schlechter. So teilten wir uns unser Krankenlager und der Papa versorgte uns liebevoll. Ich freute mich, dass sie langsam auch wieder gern Kekse und ihre Sesamstangen aß und war bereit, dafür auch (erstmal) die Krümel im Bett zu ignorieren. Am Donnerstagabend und am Freitag spielte sie dann schon mit ihrem Lego im Bett – so konnte ich wenigstens selbst noch ein bisschen liegen.

Seit dem Wochenende ist es nun aber vorbei mit Krankenlager, auch wenn mir wohl ein Tag mehr im Bett gut getan hätte. Die Motte schläft zwar noch etwas mehr als vor Ostern, doch sie ist zwischendrin fit und munter, singt und lacht wieder und kann bei ihren Wutattacken auch so richtig schön und ausdauern schreien.

Morgen ist nun Abschlussuntersuchung und wir hoffen, dass der Spuk nun ein Ende hat.

 

Das waren unsere Ostern 2018, ich hoffe, eure waren weniger aufregend. 🙂

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2 Gedanken zu „Der Oster-Reinfall dieses Jahr

  • 10. April 2018 um 9:52
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    Achja…Kinder. Da passiert so viel, womit man nicht gerechnet hat. Ich hoffe, ihr hattet dennoch ein schönes Osterwochenende und alle sind wieder gesund.

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    • 10. April 2018 um 21:02
      Permalink

      Die Abschlussuntersuchung heute war positiv. Die Motte ist erstmal übern Berg. Allerdings scheint da noch Flüssigkeit im Ohr zu sein. Das kann jetzt wohl noch 4-6 Wochen dauern, bis es richtig abgeheilt ist. Aber immerhin ist sie soweit wieder gut drauf. Diese Woche bleibt sie trotzdem erstmal noch zu Hause, um das zumindest so gut es geht auszukurrieren. 🙂

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