Wenn man sein Baby nach der Geburt in den Armen hält, will man vor allem, dass es gesund ist und alles gut wird. So ging es natürlich auch uns. Doch gleichzeitig wussten wir auch, dass manche erbliche Probleme sich trotzdem einstellen könnten. Sowohl mein Vater, Großvater, als auch mein Mann litten als Kind an Belastungsasthma, mein Vater, mein Mann und mein Bruder haben Probleme mit Heuschnupfen und mich selbst plagt eine unregelmäßig auftretende Neurodermitis.

All diese Krankheiten gehören zu den atopischen Erkrankungen. Und wie meinte unser Kinderarzt mittlerweile: Bei dem Genpool standen ihre Chancen, selbst nicht so eine Erkrankung zu entwickeln, denkbar schlecht.

Doch fangen wir von vorn an.

Das erste Alarmsignal

Es war Ende März als wir zum 2. Geburtstages eines Kindes eingeladen waren, mit dem unsere Motte in der Krabbelgruppe gespielt hatte. Die Familie hat einen großen Garten und so konnten die Kinder draußen rumtoben, während wir Erwachsenen auf Bierzeltgarnituren saßen und uns alle auf den aktuellen Stand brachten.

Im Garten gab es auch ein großes Trampolin mit Sicherheitsnetz und auf dem hatten das Geburtstagskind, unsere Motte und ein weiteres Kind seine liebe Freude. Sie hüpften, juchten und lachten vor Freude und fielen auch ziemlich oft um. Es war sehr lustig anzusehen. Ich kam etwas später dazu und weiß nicht, wie lange sie schon hüpften. Wir schätzten im Nachhinein ca. 15 Minuten. Als wir die Kinder herausnahmen und ich unsere Kleine auf dem Arm hielt, war sie ganz aus der Puste und japste nach Luft.

Ich trug sie durch den Garten und redete beruhigend auf sie ein. Doch die Atmung blieb pfeifend. Auch nach dem Würstchen vom Grill wurde es nicht besser. Wir fuhren schließlich nach Hause und hatten noch eine unruhige Nacht vor uns. Die Mitte schlief in der Nacht zwischen uns und auch wenn es sie scheinbar nichts ausmachte, hielt die pfeifende Atmung noch bis in die Nacht an. Am Morgen hatte es sich zum Glück beruhigt, sonst wären wir wohl ins Kinderkrankenhaus gefahren.

Pfeifende Atmung

Wir beschlossen, sie fortan stärker zu beobachten und tatsächlich: immer wieder fiel uns eine leicht pfeifende Atmung in Zusammenhang mit körperlicher Betätigung in der freien Natur auf. Sei es nach dem Toben auf dem Außengelände in der KiTa oder ein ausgiebiger Spaziergang im Tiergarten. Die Atmung wurde hörbar pfeifend, beruhigte sich im Vergleich zu der Trampolin-Aktion jedoch recht schnell.

Bronchitis und die Medikation

Zu Beginn des Jahres hatten wir erst eine schwere Bronchitis hinter uns gebracht. Die Sauerstoffsättigung war tief genug gesunken, dass wir regelmäßig zur Kontrolle mussten. Mit Atrovent und Sabutamol – beides zum Inhalieren mit Natriumchlorid – bekamen wir das in den Griff. Zu Ostern lag die Motte dann mit einer Mittelohrentzündung flach und wieder folgten Arztbesuche. Die Motte entwickelte sich schon zum „Profipatienten“ und machte alles wirklich gut mit. Wir berichteten auch von unseren Beobachtungen und unser Kinderarzt beschloss, dass wir das erstmal weiter beobachten sollten.

Im Mai folgte die nächste Bronchitis. Jeder Atemwegsinfekt schien sich bei unserer Kleinen gleich zu einer Bronchitis zu entwickeln und wir kamen aus dem Inhalieren kaum raus. Selbst meine Eltern sprachen uns irgendwann drauf an, was denn los sei. Wieder gab es Atrovent und Sabutamol zum inhalieren, doch dieses Mal ging unser Kinderarzt ein wenig weiter. Dieses Mal gab es für die Motte noch Montelukast dazu – kleine Tabletten zur Behandlung von leichtem bis mittelschwerem Asthma. Insgesamt 40 Tage musste sie die Tabletten nehmen.

Zu Beginn hatten wir das Gefühl, dass sie lebhafter träumte und somit unruhiger schlief und auch der Stuhl wurde weich. Doch zum Ende hin schien sie sich daran gewöhnt zu haben. MIt dem Medikament – so unser Kinderarzt – hätten wir eine 50/50-Chance, dass sie damit weniger anfällig und dauerhaft von der Einnahme profitieren würde.

Der aktuelle Stand

Die Einnahme des Montelukast ist mittlerweile beendet und tatsächlich konnten wir seither keine pfeifende Atmung mehr nach dem Toben an der frischen Luft beobachten. Nun war das Frühjahr dieses Jahr von einer sehr hohen Luftbelastung an Birkenpollen geprägt, welche mittlerweile abgeklungen ist. Wir können also nicht sagen, ob die Verbesserung tatsächlich durch die Medikamente entstanden sind oder durch die geringere Pollenbelastung.

Wir sind nun in jedem Fall guter Dinge, dass Ausflüge in der Natur zumindest aktuell nicht zu einer Belastung für die Motte werden. Sollte es doch wieder auftreten, haben wir noch etwas Sabutamol, welches wir dann erstmal zum Inhalieren nehmen sollen, um kurzfristig Linderung zu schaffen.

Sonst bleibt uns jetzt nichts anderes übrig als abzuwarten, wie sich die Dinge weiter entwickeln.

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